Willkommen bei WBTS-Forum.org !

Hallo !
Wir freuen uns immer über Besucher, aber leider gibt es im Internet zu viele Vandalen, als dass wir nicht registrierten Mitgliedern das Schreiben erlauben könnten.

Die Registrierung ist aber frei, alles was man braucht ist eine gültige Email-Adresse.

Geschichtchen aus dem Krieg

Allgemeine Diskussionen über den "War between the States"

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Do Jan 21, 2010 10:49 pm

Ja, definitiv :banned:
Hier gibt's eine längere Version auf Englisch: http://tennessee-scv.org/Camp854/todbio.htm
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Sa Jan 23, 2010 12:59 pm

In der Schlacht von Fair Oaks/Seven Pines wurde General Howard schwer verwundet und verlor in der Folge seinen rechten Arm. Auf dem Weg nach Hause traf er General Phil Kearny, der im Krieg gegen Mexiko den linken Arm verloren hatte. Die beiden scherzten, dass die Verwundung ihnen immerhin Geld sparen würde, denn jetzt könnten sie gemeinsam Handschuhe einkaufen.
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Mo Feb 08, 2010 6:37 pm

Gefunden in "Jubal Eary's Raid von Washington" von B.F. Cooling, S. 96:

Als Early 1864 auf Washington zumarschierte, gab es dort zwar nicht besonders viele Soldaten zur Verteidigung der Stadt, dafür aber umso mehr Generäle (zumeist ohne Aufgabe), die ihre Dienste zur Verfügung stellen. Neben Generalmajor Augur, dem Kommandeur des Wehbereichs Washington und Oberquartiermeister Meigs und den ihn unterstellten Generälen waren auch die ehemaligen Korpskommandeure Alexander McCook und Quincy Gillmore in der Stadt. Als darüber hinaus auch noch Brigadegeneral J.R. West aus New York seine Hilfe anbot, erhielt dieser von Halleck die recht beißende Antwort: "Wir haben hier fünfmal so viele Generäle wie wir wollen, haben aber einen großen Mangel an einfachen Soldaten; jeder, der sich für diese Aufgabe freiwillig melden will, wir dankbar empfangen."
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Bonny » Do Feb 11, 2010 5:42 pm

Eine für mich eher traurig tragische Geschichte ist die, dass bei der Schlacht von Gettysburg die beiden Culp Brüder gegeneinander kämpften. Einer auf Seiten der Union, einer auf Seiten der Konföderierten, und angeblich kämpften beide mit um die Besetzung des "Culp's Hill" der nach ihrem Vater benannt war... Ob jemand der beiden dabei zu Schaden kam und was aus den beiden wurde ist leider nicht überliefert, aber eine harmonische Familienzusammenführung kann ich mir nicht vorstellen.
Real Reenactors Fight On Both Sides

4th Tennessee Infantry
Benutzeravatar
Bonny
First Sergeant
First Sergeant
 
Beiträge: 573
Registriert: Mi Dez 19, 2007 1:33 pm
Wohnort: Waldenburg/Württ.

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Do Feb 11, 2010 6:48 pm

Ja, auch eine sehr traurige Geschichte. Die beiden hiessen John Wesley und William. John war vor dem Krieg nach Shepherdstown in (West) Virginia umgezogen und diente im 2. Virginia/Stonewall Brigade. William war im 87. Pennsylvania und deswegen wohl nicht in der Schlacht dabei. Zu einem Zusammentreffen nach dem Krieg kam es nicht mehr, da William bei Gettysburg fiel:
http://www.gettysburgscv.org/Links/culp_008.htm

Ansonsten kam es beim Verhältnis von Brüdern nach dem Krieg wohl oft auch auf die Persönlichkeiten drauf an. George (CS-GenMaj) und Thomas Crittenden (US-GenMaj) sollen sich recht gut verstanden haben, Thomas (CS-BrigGen) und Percival (US-Marinekapitän) dagegen haben wohl kein Wort mehr miteinander gesprochen. Allerdings ist Percival auch im August 1865 verstorben.
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Bonny » Fr Feb 12, 2010 7:52 am

Danke für die näheren Infos... es ist für mich tragisch faszinierend mir vorstellen zu müssen dass ich den Hügel stürme der auf dem Grundstück meiner Eltern liegt (im übertragenen Sinne)... Das gehört zu den Geschichten und Dingen die mir immer wieder zeigen dass wir gar nicht (mehr) in der Lage sind zu ermessen was für Gefühle und Widrigkeiten die Soldaten damals haben erleben müssen.
Real Reenactors Fight On Both Sides

4th Tennessee Infantry
Benutzeravatar
Bonny
First Sergeant
First Sergeant
 
Beiträge: 573
Registriert: Mi Dez 19, 2007 1:33 pm
Wohnort: Waldenburg/Württ.

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Prv. Friedrich Alber » Fr Feb 12, 2010 8:33 am

Mir fällt auch eine geschichte ein die ich mal gelesen hatte. Conföderierte Soldaten hatten sich in einem Haus verschanzt, als die Unionsartillerie das Haus unter beschuss nahm traf diese besonders genau. Als der Unionsoffizier fragte wie er so gut getroffen hatte antwortete der Kanonier das es sein Grundstück und sein Haus war.
Benutzeravatar
Prv. Friedrich Alber
Private
Private
 
Beiträge: 61
Registriert: Mo Jan 25, 2010 6:04 pm
Wohnort: Raum Stuttgart

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Fr Feb 12, 2010 9:42 am

Auch krass :guck:
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Do Feb 18, 2010 10:04 am

Wiederum eine traurige Geschichte (erinnert ein wenig an "Soldat James Ryan"), gefunden in Stephen Sears' Gettysburg: Bei Gettysburg dienten vier Brüder der Thomas-Familie im 3rd SC (Kershaws Brigade). Am Ende des 2. Tages war Private Lewis P. Thomas gefallen, Leutnant William R. Thomas tödlich verwundet und Private Thomas S. Thomas schwer verwundet. Einzig Corporal John A. Thomas blieb unverletzt. Ein fünfter Bruder war bei Second Manassas getötet worden.
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon CharlesGangley » Do Feb 18, 2010 12:13 pm

Prv. Friedrich Alber hat geschrieben:Mir fällt auch eine geschichte ein die ich mal gelesen hatte. Conföderierte Soldaten hatten sich in einem Haus verschanzt, als die Unionsartillerie das Haus unter beschuss nahm traf diese besonders genau. Als der Unionsoffizier fragte wie er so gut getroffen hatte antwortete der Kanonier das es sein Grundstück und sein Haus war.


Bestimmt war noch seine Schwiegermutter im Haus !

Charles
Der Offensivkrieg ist der Krieg eines Tyrannen; wer sich jedoch verteidigt, ist im Recht.
Voltaire

http://www.4thtexas.org
Benutzeravatar
CharlesGangley
Second Lieutenant
Second Lieutenant
 
Beiträge: 2245
Bilder: 0
Registriert: Mo Jan 31, 2005 2:20 pm
Wohnort: Bayern Landkreis Augsburg

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon W.D. Pender » Do Feb 18, 2010 12:26 pm

Bonny hat geschrieben:Danke für die näheren Infos... es ist für mich tragisch faszinierend mir vorstellen zu müssen dass ich den Hügel stürme der auf dem Grundstück meiner Eltern liegt (im übertragenen Sinne)... Das gehört zu den Geschichten und Dingen die mir immer wieder zeigen dass wir gar nicht (mehr) in der Lage sind zu ermessen was für Gefühle und Widrigkeiten die Soldaten damals haben erleben müssen.


Unvorstellbar ist für mich schon, die Waffe gegen meinen Bruder zu erheben.
Allerdings weiss ich nicht, was ich denken oder fühlen sollte, wenn seine Ideale meinen konträr entgegengesetzt wären, was würde ich machen, wenn er mit all seiner Macht, das, wofür ich meinen Leben einsetze, zu bekämpfen und zu vernichten sucht. Es ist eine grundsätzlich sehr schwer nachzuvollziehende Situation, da die Dinge, über die sich mein Bruder und ich mal überwerfen, banaler Natur sind.
"Follow me Boys, I'm Almost Home!"

[Captain Tod Carter, 20th Tn Inf - Franklin, November, 30rd 1864]
Benutzeravatar
W.D. Pender
First Sergeant
First Sergeant
 
Beiträge: 511
Registriert: Mi Aug 09, 2006 11:13 am
Wohnort: Lüdenscheid

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon W.D. Pender » Do Feb 18, 2010 12:29 pm

CharlesGangley hat geschrieben:
Prv. Friedrich Alber hat geschrieben:Mir fällt auch eine geschichte ein die ich mal gelesen hatte. Conföderierte Soldaten hatten sich in einem Haus verschanzt, als die Unionsartillerie das Haus unter beschuss nahm traf diese besonders genau. Als der Unionsoffizier fragte wie er so gut getroffen hatte antwortete der Kanonier das es sein Grundstück und sein Haus war.


Bestimmt war noch seine Schwiegermutter im Haus !

Charles


...oder es war sehr gut versichert?!
"Follow me Boys, I'm Almost Home!"

[Captain Tod Carter, 20th Tn Inf - Franklin, November, 30rd 1864]
Benutzeravatar
W.D. Pender
First Sergeant
First Sergeant
 
Beiträge: 511
Registriert: Mi Aug 09, 2006 11:13 am
Wohnort: Lüdenscheid

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Fr Mai 28, 2010 7:31 pm

Gerade bei Freemans "Lee's Lieutenants" gelesen:
Als General Elzey und sein Stab einmal bei guter Laune waren, gaben sie dem Wachsoldaten auch einen Drink. Später, als die Party vorbei war und Elzey sich schlafen legte, kam der Mann zurück, steckte ohne Vorankündigung den Kopf in Elzeys Zelt und weckte ihn mit dem Satz: "General, General, wäre es nicht wieder an der Zeit für einen weiteren Drink?" :bigsmile: Der arme Kerl wurde dann allerdings unter Arrest gestellt.
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon Old Warhorse » Mo Jun 21, 2010 1:24 pm

Ein paar Anekdoten aus dem Leben (und Sterben) in den Gräben vor Petersburg, gefunden in Earl Hess '"In the Trenches at Petersburg".

Oftmals kam es in den Gräben zu inoffiziellen Waffenstillständen und zu Handel; gern getauscht wurden dabei Zeitungen, so dass beide Seiten sich über die anderen informieren konnten. Bei einem Sektor des 5. US-Korps war ein kleiner Bach, den viele Soldaten beider Seiten zum Durstlöschen benutzten; sobald jemand eine Canteen hochhielt, stoppte das Feuer für einige Zeit. Während eines solchen Waffenstillstands stand der US-Divisionskommandeur Crawford im Offenen und besah die konföderierten Linien mit einem Opernglas. Kurz darauf wurde ein Stein mit einem darum gewickelten Zettel in die US-Linien geworfen: "Sagt dem Kerl mit dem Fernglas, er soll verschwinden, oder wir müssen ihn erschießen."
Ein anderes Mal löste ein Konföderierter (versehentlich oder absichtlich) einen Schuss aus; die Nordstaatler gingen in Deckung, bis die Konföderierten riefen: "Nicht schießen, ihr werdet schon sehen, wie wir das lösen." Sie entwaffneten den Mann und zwangen ihn, eine Zaunlatte zu tragen und vor dem Graben hin- und herzulaufen.

An einem anderen Frontabschnitt vertrieb sich ein Konföderierter die Zeit damit, Steine in die Wachpostenlinie der Nordstaaten zu werfen, und bald darauf schrie ein erzürnter Yankee: "Johnny, du hörst jetzt damit auf, Steine hierherzuwerfen."

Ein Konföderierter, der gegenüber dem VI. Korps in Stellung lag, bot seinen Gegenübern sein Messe im Tausch gegen ein Stück Seife an. Ein Nordstaatler kam aus den Gräben um zu verhandeln, aber als er dem Südstaatler die Seife reichen wollte, schaute sich dieser um, sagte "Mach dir keinen Kopf um die Seife, Yank, ich gehe dahin, wo es genug gibt" und rannte in Richtung der Unionslinien. Die konföderierten Wachposten schrien dem Yankee zu, er solle sich hinlegen, da sie schießen würden, aber der Deserteuer versicherte ihm, dass sie das nicht ernst meinen wüsrden: "Sie würden genauso gern herkommen wie ich, sie schießen über unsere Köpfe"- und so kam es auch heraus.

Der Kommandeur des VI. Korps, Generalmajor Wright, erhielt sogar von einigen Konföderierten eine Anfrage. Sie hatten gehört, dass Grant alle Deserteure zwang, in die US-Armee einzutreten und wollten von ihm eine Versicherung, dass dies nicht der Fall sei; nach kürzer Rücksprache mit Meades Hauptquartier erhielten sie die Zusicherung von Wright.
"Legt eure Feindseligkeiten bei und macht aus euren Söhnen Amerikaner!"
- Robert Edward Lee
Benutzeravatar
Old Warhorse
Brigadier General
Brigadier General
 
Beiträge: 15711
Registriert: Fr Dez 24, 2004 3:13 pm
Wohnort: Südbaden/Nordostschweiz

Re: Geschichtchen aus dem Krieg

Beitragvon W.D. Pender » Mo Jun 21, 2010 1:50 pm

Das mit der Latte stelle ich mir schon lustig, wenn gleich ein wenig demütigend für den betreffenden Kameraden vor.

Was die Geschichte mit den Steinen angeht, na, die Yankees sollen doch froh sein, dass es nur Steine waren und er nicht auf Granaten umstieg.
Vielleicht war er es aber auch noch von 2nd Manassas noch gewohnt sich so zu verteidigen - wer weiss?

Nun und das mit der Seife ist ja schade - vielleicht hätte Billy ihm am Ende doch das Messer noch gegeben :)

Es ist schon ein komisches Gefühl, dass mitten in dem ganzen Elend, dem Leid und dem Töten noch "lustige" Anekdoten übrig bleiben.
Wenn man einmal darüber nachdenkt, dass die Protagonisten dieser Handlung immer nur einen Hauch vom Tode entfernt waren...
"Follow me Boys, I'm Almost Home!"

[Captain Tod Carter, 20th Tn Inf - Franklin, November, 30rd 1864]
Benutzeravatar
W.D. Pender
First Sergeant
First Sergeant
 
Beiträge: 511
Registriert: Mi Aug 09, 2006 11:13 am
Wohnort: Lüdenscheid

VorherigeNächste

Zurück zu War between the States